Reifen richtig einlagern: Schritt für Schritt für Werkstatt und Garage
Zweimal im Jahr stellt sich für Werkstätten und Autofahrer dieselbe Aufgabe: Der Satz Räder, der gerade nicht gebraucht wird, muss eingelagert werden. Wie das geschieht, entscheidet darüber, in welchem Zustand die Reifen in der nächsten Saison wieder ans Fahrzeug kommen. Falsch gelagerte Pneus verformen sich, das Gummi wird porös, und im schlimmsten Fall ist ein noch profilstarker Reifen vorzeitig unbrauchbar. Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Zubehör bleibt der Wert der Reifen dagegen über Jahre erhalten.
Schritt 1: Reinigen und beschriften
Vor dem Einlagern werden die Reifen gründlich von Schmutz, Bremsstaub, Streusalz und festsitzenden Steinchen befreit und anschliessend vollständig getrocknet. Restfeuchtigkeit fördert Korrosion an der Felge und kann das Gummi angreifen. Danach empfiehlt sich eine klare Beschriftung der Einbauposition, zum Beispiel VL für vorne links oder HR für hinten rechts. So lassen sich die Räder in der nächsten Saison positionsgerecht montieren oder gezielt über Kreuz tauschen, was den Verschleiss gleichmässiger verteilt.
Schritt 2: Profil und Zustand prüfen
Die Einlagerung ist der ideale Moment für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Die Profiltiefe wird gemessen und notiert. Das gesetzliche Minimum liegt bei 1,6 Millimetern, sinnvoll ist bei Sommerreifen ein Wechsel jedoch deutlich früher. Gleichzeitig werden die Reifen auf Risse, Beulen, eingefahrene Fremdkörper und einseitigen Verschleiss kontrolliert. Wer den Zustand dokumentiert, kann fällige Ersatzkäufe rechtzeitig planen und vermeidet böse Überraschungen kurz vor dem nächsten Umrüsttermin.
Schritt 3: Mit oder ohne Felge lagern
Ob ein Reifen auf der Felge bleibt, macht für die richtige Lagerung einen Unterschied.
- Kompletträder, also Reifen auf Felge, werden liegend gestapelt oder hängend gelagert. Stehend würden sie sich an der Auflagefläche verformen.
- Reifen ohne Felge werden dagegen stehend gelagert und gelegentlich etwas gedreht. Gestapelt werden sollten sie nicht, weil sie sonst Druckstellen bekommen.
Beim Stapeln von Kompletträdern hilft es, den Luftdruck leicht zu reduzieren, um die Belastung von Reifen und Felge zu verringern.
Schritt 4: Den richtigen Lagerort wählen
Reifen mögen es kühl, trocken und dunkel. Ideal ist ein Raum mit gleichmässiger Temperatur ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ozon ist ein unsichtbarer Feind des Gummis, deshalb sollten laufende Elektromotoren, die Ozon erzeugen können, nicht in unmittelbarer Nähe stehen. Auch Öle, Lösungsmittel, Treibstoffe und Chemikalien gehören nicht neben das Reifenlager, da sie das Material angreifen und vorzeitig altern lassen.
Schritt 5: Schützen und sauber handhaben
Reifensäcke und Schutzbezüge halten Staub und Feuchtigkeit fern und sorgen dafür, dass benachbarte Räder nicht verschmutzen. Reifenschoner schützen beim Tragen und Transportieren die empfindlichen Felgenränder und erleichtern das Handling spürbar. Gerade in Betrieben mit hohem Räderdurchlauf zahlt sich sauberes, geschütztes Handling doppelt aus, weil weniger Schäden an Felgen und Lack entstehen und das Lager übersichtlich bleibt.
Checkliste für die Einlagerung
- Gereinigt und vollständig getrocknet
- Laufrichtung und Einbauposition gekennzeichnet
- Profiltiefe und Zustand geprüft und notiert
- Korrekt gelagert: Kompletträder liegend, Reifen ohne Felge stehend
- Lagerort kühl, dunkel und trocken gewählt
- Geschützt verpackt im Reifensack oder Schutzbezug
Wie lange dürfen Reifen gelagert werden?
Sauber gelagerte Reifen behalten ihre Eigenschaften über mehrere Jahre. Als Orientierung gilt: Bis etwa fünf Jahre ab Herstellung sind Reifen bei guter Lagerung in der Regel unbedenklich, danach sollte der Zustand genauer beurteilt werden. Das Herstellungsdatum lässt sich an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen, etwa 2 4 für die zweite Woche im Jahr 2024. So behält man den Überblick und tauscht gealterte Reifen rechtzeitig aus.
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